Spendenaktion "Gefährdete Schönheit" für die Kunstschätze des Idsteiner Schlosses
Die Spendenaktion "Gefährdete Schönheit" für die Kunstschätze des Idsteiner Schlosses läuft bereits seit 2002 mit grandiosem Erfolg. Aktueller Auslöser für eine umfassende Sanierung der Groteskenmalerei ist der Befall mit Hausschwamm in der Geschossdecke über dem Kaisergemach. So ergibt sich erneut die Notwendigkeit, um Spenden zu bitten.
Gefährdete Schönheit
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließ Fürst Georg August Samuel von Nassau-Idstein im Idsteiner Schloss umfassende Bauarbeiten durchführen. Dazu zählte auch die Neugestaltung von zwei Räumen in der nordöstlichen Ecke des zweiten Obergeschosses, die traditionell "Kaisergemach" und "Kaiservorgemach" genannt wurden. Sie wurden als Appartement hochrangigen Gästen zur Verfügung gestellt.
Nachdem man 1713 den vorhandenen Stuck "heruntergeschmissen" und die Spuren eines vorausgegangenen Brandes beseitigt hatte, konnte der Stuckateur Carlo Maria Pozzi seine Arbeit aufnehmen. Er gehörte zum Bautrupp des Architekten Maximilian von Welsch, der Baumeister des Fürsten war. Pozzis Stuck zeigt die vier Jahreszeiten: Blumen-, ähren-, trauben- und früchtebekränzte Frauenköpfe in Medaillons und Paare von Putti, die die genannten Attribute der Jahreszeiten in ihren erhobenen Händchen halten. Zwischen den figürlichen Stuckierungen ließ Pozzi fünf stuckumrahmte freie Felder, in denen der Mainzer Maler Valentin David Albrecht 1714 eine sogenannte Groteskenmalerei aufbrachte, die in ihren sprühenden Farben und ihrem übersprudelnden Reichtum an Motiven ihresgleichen sucht. Es ist die einzige Decke von Albrecht, die den zweiten Weltkrieg überstanden hat.
Die Malerei stellt Szenen aus der antiken griechischen Mythologie dar, muskelbepackte Manns- und kokette Frauenfiguren, die vier Jahreszeiten und die Tierkreiszeichen, dazwischen kaspernde Harlekine, hilfsbereite Putti, flatternde Vögel und possierliche Äffchen. Arabesken, netzüberfangene Goldflächen, Rosenranken und fruchtende Johannisbeersträucher füllen die Zwischenräume und bilden den äußeren Abschluss der Malflächen. Ein Fest fürs Auge, immer noch, nach fast drei Jahrhunderten, trotz der beträchtlichen Schäden, die die Decke aufweist. Statische Unzuträglichkeiten, Einwirkungen von Bränden und Löschwasser verursachten tiefe Risse im Putz und Fehlstellen in der Malschicht.
Text: Christel Lentz, November 2008
Nachdem man 1713 den vorhandenen Stuck "heruntergeschmissen" und die Spuren eines vorausgegangenen Brandes beseitigt hatte, konnte der Stuckateur Carlo Maria Pozzi seine Arbeit aufnehmen. Er gehörte zum Bautrupp des Architekten Maximilian von Welsch, der Baumeister des Fürsten war. Pozzis Stuck zeigt die vier Jahreszeiten: Blumen-, ähren-, trauben- und früchtebekränzte Frauenköpfe in Medaillons und Paare von Putti, die die genannten Attribute der Jahreszeiten in ihren erhobenen Händchen halten. Zwischen den figürlichen Stuckierungen ließ Pozzi fünf stuckumrahmte freie Felder, in denen der Mainzer Maler Valentin David Albrecht 1714 eine sogenannte Groteskenmalerei aufbrachte, die in ihren sprühenden Farben und ihrem übersprudelnden Reichtum an Motiven ihresgleichen sucht. Es ist die einzige Decke von Albrecht, die den zweiten Weltkrieg überstanden hat.
Die Malerei stellt Szenen aus der antiken griechischen Mythologie dar, muskelbepackte Manns- und kokette Frauenfiguren, die vier Jahreszeiten und die Tierkreiszeichen, dazwischen kaspernde Harlekine, hilfsbereite Putti, flatternde Vögel und possierliche Äffchen. Arabesken, netzüberfangene Goldflächen, Rosenranken und fruchtende Johannisbeersträucher füllen die Zwischenräume und bilden den äußeren Abschluss der Malflächen. Ein Fest fürs Auge, immer noch, nach fast drei Jahrhunderten, trotz der beträchtlichen Schäden, die die Decke aufweist. Statische Unzuträglichkeiten, Einwirkungen von Bränden und Löschwasser verursachten tiefe Risse im Putz und Fehlstellen in der Malschicht.
Text: Christel Lentz, November 2008


