Illegale Müllentsorgung auf Kosten der Allgemeinheit

Stadt Idstein will sich für Wertstoffhof Wörsdorf stark machen


illegal abgelegte Reifen

Die Stadt Idstein kämpft Woche um Woche mit illegalen Müllablagerungen. Mal sind es 65 Altreifen, die am ehemaligen Wertstoffhof in Wörsdorf abgeladen wurden, mal ist es ein Berg Bauschutt, der auf einen Waldparkplatz abgekippt wurde. Die Müllberge sind kein Einzelfall. Der so entsorgte Müll ist nicht nur unschön und schädigt die Umwelt, sondern die Ausgaben für eine fachgerechte Entsorgung sind im Jahr 2020 extrem gestiegen und nehmen weiter stetig zu.


Die Kosten für das unsoziale und durchaus strafbare Verhalten muss die Gemeinschaft tragen. 2020 sind für das Einsammeln und Entsorgen der illegalen Müllhalden Kosten in Höhe von 70.000 Euro entstanden. Das sind 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Umgelegt auf die ca. 25.000 Einwohner der Stadt Idstein fallen pro Kopf fast 2,80 Euro jährlich für die Entsorgung der illegalen Ablagerungen an. Und auch im ersten Quartal 2021 hält dieser Trend an.


Unrühmlicher Spitzenreiter ist dabei die ehemalige EAW-Sammelstelle Wörsdorf. Nachdem der Kreis die Sammelstelle geschlossen hat, wird der Müll nun im direkten Umfeld der Sammelstelle einfach so abgeladen. Dieser stammt nach Untersuchungen durch die Stadt Idstein allerdings nur zu einem Bruchteil aus lokalen Haushalten. Ein Großteil des Mülls ist gewerblichen Tätigkeiten zuzuordnen, heißt es aus dem Idsteiner Rathaus. Dennoch will sich die Stadt Idstein für eine Wiedereröffnung der Sammelstelle stark machen und hat deshalb nochmals mit dem EAW Kontakt aufgenommen. Die Betriebskommission des EAW will verschiedene Alternativvorschläge hierzu in der nächsten regulären Sitzung prüfen und dann eine Entscheidung treffen.


Während sich die Stadt Idstein eigentlich mit Aufrufen zu Meldungen von Ordnungswidrigkeiten durch die Öffentlichkeit zurückhält, sieht sie sich nun gezwungen, die Bevölkerung um Mithilfe zu bitten. Um den Verursachern der ordnungswidrigen Müllentsorgung auf die Spur zu kommen, ist die Stadt Idstein auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Diese Hinweise können zum Beispiel unkompliziert und zeitnah über den Meldoo-Mängelmelder auf der Homepage der Stadt oder über die gleichnamige App gemeldet werden. Die Daten der Hinweisgebenden werden dabei vertraulich behandelt, versichert die Stadt Idstein.

Letzte Änderung: 22.04.2021 08:39 Uhr