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Insgesamt gutes Stadtklima trotz teils hoher Belastungen

​​​​​​​Info​​​​​​​

Die im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes IDSTEIN 2035 in Auftrag gegebene Stadtklimaanalyse ist fertig. Jetzt legte das Bau- und Planungsamt dem Magistrat sowie dem Klimaschutz-, Umwelt- und Betriebsausschuss den Endbericht der GEO-NET Umweltconsulting GmbH samt Planungshinweiskarte zur Beratung vor. Wenn die Stadtverordnetenversammlung abschließend zustimmt, soll das Fachgutachten bei der Aufstellung von Bauleitplänen, aber auch grundsätzlich bei städtischen Maßnahmen und Planungen Berücksichtigung finden.


Mit Hilfe des Stadtklimamodels FITNAH 3D haben die Gutachter die relevanten Daten für Idstein und die Stadtteile errechnet. Dabei fließen Geländehöhen sowie Nutzungs- und Baustrukturen in ein Oberflächenmodell ein. Es ist Grundlage für die komplizierten Berechnungen, die von einer sommerlichen Strahlungswetterlage ausgehen. Diese führt zu den höchsten Belastungen bei Tag, aber auch in der Nacht. Rund 80 Quadratkilometer Idsteiner Stadtgebiet wurden in das Modell einberechnet. Rasterbasiert dargestellt werden können so verschiedene Parameter, unter anderem der Kaltvolumenstrom, die Kaltluftproduktion und die Windfelder sowie der sogenannte „Wärmeinseleffekt“, der durch aufsteigende Warmluft den Zustrom kühlerer Luft am Boden ermöglicht.

                   

Ergebnis der Untersuchungen: Im Vergleich zu anderen Städten weist Idstein auf der Hälfte der Siedlungsflächen eine „günstige bis sehr günstige bioklimatische Situation, 32,5 Prozent weisen eine ungünstige und weitere 17,7, Prozent eine sehr ungünstige bioklimatische Situation auf.“ Während die Situation in den „ländlichen Stadtteilen Eschenhahn, Lenzhahn, Kröftel, Oberauroff sowie Nieder- und Oberrod“ als sehr günstig beschrieben wird, ist das Belastungsniveau in den Ortskernen von Wörsdorf, Walsdorf und Heftrich aufgrund dichter Bebauungsstrukturen fast ebenso hoch, wie in der Idsteiner Kernstadt. Doch auch hier sind die Werte stark schwankend. Während beispielsweise die Bereiche Schützenhausstraße, Zinsgrabenweg oder die Alte Poststraße gut abschneiden, sieht es in der dicht bebauten und stark versiegelten Innenstadt sowie den ebenfalls stark versiegelten Gewerbegebieten im Westen und Norden Idsteins aufgrund der „meist hohen thermischen Belastung“ eher schlechter aus. Die klimatische Situation im baumarmen Wohngebiet TaunusViertel und im NassauViertel – mit Ausnahme der Luxemburger Allee – sei ebenfalls eher ungünstig, stellt das Gutachten fest.


Neben kühlenden Hangbereichen konnten die Gutachter insgesamt vier Kaltluftleitbahnen, nämlich Wolfbachtal, Wörsbachtal, Im Wasserfall sowie Rosenküppel für die Kernstadt identifizieren, deren zentralen Leitbahnachsen als sensible Flächen von „baulichen Eingriffen möglichst ausgeschlossen werden“ sollten. Teil des Gutachtens ist auch ein Katalog aus verschiedenen Einzelmaßnahmen, die helfen sollen, „bioklimatische günstige Strukturen zu erhalten und bioklimatisch belastende Strukturen zu optimieren“. Vorgeschlagen werden für den Außenbereich Beschattungen, helle Farben, Entsiegelungen, aber auch der Schutz bestehender Parks. Die Wärmebelastung in Innenräumen könnte unter anderem durch energetische Sanierungen, Fassaden- und Dachbegrünungen oder der Anpassung von Raumkonzepten reduziert werden.



Letzte Änderung: 14.09.2021 07:10 Uhr