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Neue Strukturen für erweiterte SeniorenarbeitAmt für Soziales, Jugend und Sport legt Konzept vor



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Es ist ein Modell, das weit in die Zukunft denkt: Das Amt für Soziales, Jugend und Sport der Stadt Idstein will die Seniorenarbeit neu aufstellen. Und nicht nur das. Integrationsförderung, Ehrenamtsmanagement sowie die Sozial- und Gesundheitsförderung sollen künftig eng vernetzt über das Seniorenbüro miteinander arbeiten, ebenso wie eine vorgesehene Gemeindeschwester. Das entsprechende Konzept, das in Kooperation mit dem Arbeitskreis für ältere Mitbürger entwickelt wurde, liegt nach der Vorstellung in den Gremien jetzt der Stadtverordnetenversammlung zum Beschluss vor.


„Der Blick auf die Strukturdatenanalyse unseres Stadtentwicklungskonzeptes IDSTEIN 2035 macht deutlich, warum wir unsere bisherige, gute Seniorenarbeit auf diesem Weg intensiv stetig weiterentwickeln wollen“, so Jörg Jansen, Leiter des Amtes für Soziales, Jugend und Sport. Der demografische Wandel mache vor Idstein nicht halt, auch in Idsteins Einwohnerschaft werde der Anteil älterer Menschen weiter deutlich anwachsen. „Und verständlicherweise möchten viele Menschen auch im Alter möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben“, ergänzt Bürgermeister Christian Herfurth.


Dieses Umfeld für ältere Generationen in Idstein und allen Stadtteilen attraktiv zu gestalten, einer möglichen Vereinsamung durch persönliche Begegnungen entgegen zu wirken und die Bewegung älterer Menschen zu fördern - das sind nur einige der zahlreichen Aufgaben, der sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des entstehenden Büros für Senioren, Integration und Ehrenamt, kurz: „Büro für SIE“, stellen wollen. Auch sollen hier künftig die Bereiche Integration und Inklusion gebündelt werden. „Die entstehenden Synergieeffekte können wir für alle Idsteiner nutzen. Und so wird es ja durchaus auch bereits gelebt“, so Bürgermeister Herfurth mit Hinweis auf den Arbeitskreis für ältere Mitbürger, Integrationslotsen, Sprach-Café, Lernpatenschaften oder den Behindertenbeirat.


Seit 2009 gibt es in der Idsteiner Stadtverwaltung das hauptamtlich besetzte Seniorenbüro, das sich inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad und viel Vertrauen erarbeitet hat. Als neutrale Anlaufstelle für alle Bürger – trägerunabhängig und kostenfrei – könne die Stadt Idstein präventiv beraten. Damit richte sich das Angebot durchaus auch an jüngere Generationen, erläutert Herfurth. Informationen über bedarfsgerechte Leistungen, beispielsweise bei der häuslichen Pflege, oder Unterstützungsangebote für Betroffene und Angehörige sollen künftig verstärkt über die Stadt Idstein nachgefragt werden können. Eine gute und enge Vernetzung mit allen Akteuren, die im Idsteiner Land und im Rheingau-Taunus-Kreis in diesen Bereichen arbeiten, werde deshalb angestrebt. Mit der vorgesehenen Einstellung einer Gemeindeschwester könne man auch Menschen erreichen, die nicht mehr eigenständig Hilfsangebote einfordern könnten.


Von hoher Bedeutung für das Konzept seien außerdem die ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, betont Jörg Jansen. „Wir haben viele Menschen in Idstein, die sich für andere engagieren wollen“, stellt er fest – mit Blick auf die derzeit geleistete Seniorenarbeit, aber auch auf die Erfahrungen unter Corona. Diese Ehrenamtlichen sollten verstärkt Wertschätzung erfahren, zum Beispiel durch vielfältige Weiterbildungsangebote, aber auch mit Veranstaltungen wie dem „Blaulichttag“, der am 12. September 2020 erstmals in dieser Form in Idstein ehrenamtliches Engagement in den Fokus rückte.  


Eng verknüpft mit dem Ehrenamtsmanagement sind die Förderung und Anschubfinanzierung von Projekten der freiwilligen Seniorenarbeit in Vereinen sowie anderen gemeinnützigen und karitativen Vereinigungen. 15.000 Euro sind dafür im Haushalt 2020 vorgesehen. Mit den vom Amt für Soziales, Jugend und Sport ebenfalls neu vorgelegten Förderrichtlinien können diese Mittel – deren Höhe sich langfristig den Mitteln der Jugendarbeit oder des Sport- und Vereinswesen angleichen sollen – nun auch entsprechend vergeben werden.



Letzte Änderung: 15.09.2020 07:39 Uhr