Residenzschloss


Talente, Kümmerer und Helfer mit Herz gesucht

HelfendeHaende

©Gerd Altmann auf Pixabay

Zeit, Energie und Freude daran, anderen zu helfen? Ideen, schlummernde Talente und Interessen, die andere teilen könnten? Vielleicht käme ein Ehrenamt in Frage? Das Amt für Soziales, Jugend und Sport der Stadt Idstein möchte sich künftig intensiver um ehrenamtlich tätige Menschen bemühen. Und das in vielerlei Hinsicht.




Die Corona-Krise habe gezeigt, „dass es in Idstein sehr viele Menschen gibt, die anderen helfen wollen“, so Amtsleiter Jörg Jansen. Und auch Bürgermeister Christian Herfurth hat dieses verstärkte Engagement in der Krise dankbar wahrgenommen: „Es war gut zu sehen, dass die Idsteiner in der Not füreinander da sind.“


„Und doch scheiterte nach vielen Jahren erfolgreicher Arbeit das Idsteiner Familienzentrum daran, dass sich niemand für den neu zu wählenden Vorstand fand“, muss Jansen bedauernd  feststellen. Ein Problem: „Ehrenamt bedeutet Zeitinvestment“, erklärt Bürgermeister Herfurth. Insbesondere jüngere Menschen hätten in ihrem Alltag nur wenig Zeit für ein umfängliches ehrenamtliches Engagement. Viele Vereine klagen über den Rückgang von Mitgliedern, Vorstände rücken nicht nach. „Da brechen wichtige Systeme zusammen“, stellt Jansen fest. Er sieht ehrenamtliches Engagement auch als eine Art „Generationenvertrag“. Wer sich heute für andere Menschen einsetze und Verantwortung übernehme, sollte morgen auch von dieser sozialen Gemeinschaft mitgetragen werden. Deshalb möchte die Stadt Idstein über das Ehrenamtsbüro, als Teil des Idsteiner Seniorenbüros, ehrenamtliche Arbeit zielgenauer koordinieren und stärker vernetzen. Außerdem sollen ehrenamtlich Tätige künftig deutlich mehr Wertschätzung erfahren. Ein Schritt dahin war im September der erste Blaulichttag in Idstein, weitere Ideen sind schon in Arbeit.


Betätigungsfelder für engagierte Helfer gibt es in Idstein und auch in den Stadtteilen reichlich: bei der Nachbarschaftshilfe Idstein e.V., der Flüchtlings- und Integrationshilfe Idstein e.V. , im Seniorenbeirat, im Behindertenbeirat, im neu zu wählenden Ausländerbeirat, bei der einen der vielen Hilfs- und Rettungsorganisationen wie z.B. THW oder Feuerwehr, als Lernpate oder in den zahlreichen Idsteiner Vereinen. „Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, was vielen gar nicht bewusst ist “, so Bürgermeister Herfurth.


Auch das kürzlich vorgestellte Konzept für die erweiterte Idsteiner Seniorenarbeit fußt auf der Mitarbeit zahlreicher Ehrenamtler. Vorstellbar sind für Jörg Jansen zum Beispiel Sozial- und Besuchsdienste oder die Unterstützung der bereits angedachten Gemeindeschwester. Jansen erhofft sich eine starke Vernetzung aller Akteure, die nach seiner Ansicht nach „eine Schlüsselfunktion für die Gesellschaft haben“ – zum Beispiel auch als „Kümmerer“, um der Vereinsamung älterer oder eingeschränkter Menschen etwas entgegenzusetzen. „Jeder, der nach seinem Nachbarn schaut, ist schon ehrenamtlich tätig“, erklärt Jansen. Ein Lebensmittel-Lieferservice decke zwar die Grundversorgung ab, den Wunsch nach menschlicher Nähe und nach Kommunikation könne dieser jedoch nicht bedienen. Ehrenamtler könnten dabei helfen, sogenannte „Quartiere“ zu entwickeln und zu fördern.


Doch nicht nur der, der Unterstützung erfahre, könne von dem Ehrenamtsmodell profitieren: „Jemand anderem zu helfen oder sich für eine Sache starkzumachen kann sehr befriedigend sein. Ja, im besten Falle sollte es allen Beteiligten Freude machen“. Die Stadt Idstein will dafür mit dem Ehrenamtsbüro als koordinierende Stelle Anleitung und Unterstützung geben. Auch Vereine oder Institutionen, die ehrenamtliche Kräfte suchen, sollten sich mit der Stadt in Verbindung setzen. Jeder der Interesse hat, sich ehrenamtlich für die Sozialgemeinschaft einzubringen, kann sich bei Frau Elke Müller vom Büro für Senioren, Integration und Ehrenamt unter der Telefonnummer 06126 78313 oder per Mail (elke.mueller@idstein.de) melden.  




Letzte Änderung: 22.10.2020 12:02 Uhr