Residenzschloss


Über „KiJu“ Wünsche und Ideen einbringen

Neuer Fachkreis soll Mitbestimmung von Kinder und Jugendlichen stärken


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Ein Fachkreis Kinder- und Jugendinteressen, kurz: Fachkreis KiJu, soll künftig dafür sorgen, dass die Anliegen und Wünsche der jüngeren Generationen stärker in die Kommunalpolitik einfließen. Das entschied jetzt der Magistrat der Stadt Idstein auf Beschlussvorschlag des Amtes für Soziales, Jugend und Sport. Bereits das 2019 vorgelegte neue Konzept zur Idsteiner Jugendarbeit sieht eine „fortlaufende Verbesserung der Prozessbeteiligung“ für Kinder und Jugendliche vor. „Einig waren sich nach meiner Wahrnehmung alle Parteien in diesem Ziel, allein der Weg dahin war strittig“, resümierte jetzt Bürgermeister Christian Herfurth. „Dass junge Menschen ein großes politisches Bewusstsein haben, zeigt uns ja unter anderem die Friday for Future-Bewegung, die ein fester Meinungsbildner in der Klimadebatte geworden ist.“


Die Vorschläge aus den Parteien für eine verbesserte Beteiligung junger Menschen reichen von der Einrichtung eines Jugendparlaments bis hin zum Erwerb des Siegels „Kinderfreundliche Kommune“. Letzteres sei jedoch nur mit hohem finanziellen und personellen Aufwand zu stemmen, berichtet der Bürgermeister. Ein Jugendparlament, das sogenannte „Jugendforum“, wurde bereits 1999 in Idstein installiert und musste mangels Beteiligung nach nicht einmal fünfjähriger Arbeit aufgelöst werden. Ähnliches sei es dem Taunussteiner Jugendparlament ergangen, nach annähernd 20jähriger Arbeit. „Die Beteiligung junger und jüngster Menschen muss zeitgemäß und zielgerichtet sein“, argumentiert Christian Herfurth.


Das genaue Gefüge und die Arbeit des Fachkreises KiJu regelt eine ebenfalls in den zuständigen Ausschüssen diskutierte und vom Magistrat verabschiedete Ordnung. Das neue Gremium soll sich aus Vertretern aller Anbieter von Kinder- und Jugendarbeit zusammensetzen, um einen möglichst großen Querschnitt der Interessengruppen abzubilden. Danach sollen neben Vertretern der Idsteiner Stadtverwaltung, der Schulsozialarbeit aller Idsteiner Schulen, der Jugendabteilungen der Idsteiner Sportvereine, des Jugendmigrationsdienst Idstein, Vertretern von Vitos Teilhabe, der Kinder- und Jugendabteilungen Idsteiner Hilfsorganisationen sowie der Kirchen und Glaubensgemeinschaften auch weitere Jugendgruppen und Organisationen eine Mitgliedschaft beantragen können.


Eine Lenkungsgruppe trägt Anträge und Anregungen zusammen und verteilt sie an verschiedene, zu bildende Projektgruppen des Fachkreises, der wiederum deren Ergebnisse in die politischen Gremien trägt. „So erreichen wir eine Durchlässigkeit von unten nach oben und umgekehrt“, erklärt der Leiter des Amtes für Soziales, Jugend und Sport der Stadt Idstein, Jörg Jansen, das neue Konzept, das mit vorhandenen Personal- und Finanzressourcen gestemmt werden soll.


Themen können über die Vertreter des Fachkreises aktiv bei Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen Beteiligungsmethoden abgefragt werden, zugleich können aber auch Themen über den Fachkreis von Kindern und Jugendlichen an die Politik gereicht werden. Dabei soll die Arbeit des neuen Fachkreises stetig evaluiert und gegebenenfalls auch der Lebenswirklichkeit von Idsteiner Kindern und Jugendlichen angepasst werden.

Letzte Änderung: 13.01.2021 12:15 Uhr