Residenzschloss

Tourismus - Geschichte - Besondere Menschen - Stolpersteine


Stolpersteine: Schüler erinnern an jüdische Familien

Gunter Demnig verlegt Stolpersteine in Idstein

2012 hatten Schülerinnen und Schüler zweier Schulen die Idee, durch die Verlegung von Stolpersteinen in Idstein an die Opfer des Holocaust zu erinnern. An der Pestalozzischule Idstein war es ein Religionskurs der 6. Klasse, die sich im Unterricht mit dem Schicksal der deutschen Juden beschäftigt hatten. Daraus entstand der Wunsch, für ein jüdisches Kind einen Stolperstein zu verlegen. Die Idsteiner Familie Julius, Erna und die neunjährige Bertel Lore Kahn wurden 1942 in Sobibor und Majdanek ermordet.


Parallel dazu entstand an der Integrierten Gesamtschule Wallrabenstein eine AG der 9. Klassen, die sich ebenfalls für die Verlegung von Stolpersteinen in Idstein stark machte. Sie wählten die Idsteiner Familie Grünebaum für eine Verlegung aus. Julius, Hedwig und Herta Grünebaum und deren Tante Eugenie Goldschmidt hatten sich aus Angst vor der anstehenden Deportation selbst getötet. 


Bei der Verlegung der insgesamt sieben Stolpersteine am 14. November 2014 durch den Künstler Gunter Demnig konnte zugleich eine Sonderausstellung "7 Steine 7 Leben" präsentiert werden, die von Schülern gemeinsam mit Lehrern und Unterstützung des Stadtarchivs Idstein zusammengestellt wurde.


Zwei 9. Klassen der Pestalozzi-Schule nahmen die Idee der Stolpersteine 2018 erneut auf. Sie recherchierten die Geschichte von David, Bertha und Ruth Löwenstein. Diese flüchtete nach der Pogromnacht in die Niederlande, wo die Eltern an den Folgen der Flucht starben. Die Tochter Ruth arbeitete zunächst in Het Apeldoornsche Bosch als Krankenschwester, bevor sie mit 1200 Patienten der Einrichtung in Auschwitz ermordet wurde.


Ein weiterer Schüler der Oberstufe recherchierte zum Idsteiner Jonas Blum, dessen Schicksal nach seiner Deportation aus der Heilanstalt Bendorf-Sayn ins Transit-Ghetto Izbica ungeklärt ist.


Am 23. Oktober 2019 verlegte Gunter Demnig vier Stolpersteine für diese Idsteiner. Nach der Verlegung wurde erneut eine Ausstellung zum Schicksal der Familien mit dem Titel „Idsteiner – wie wir!“ in der Mediathek der Pestalozzi-Schule eröffnet.

Letzte Änderung: 15.11.2019 14:42 Uhr