Weihnachtsmarkt abgesagt


Das Aus für den Idsteiner Weihnachtsmarkt kommt für manche unverhofft, andere haben es schon geahnt: Angesichts der pandemischen Lage hat sich der Magistrat der Hochschulstadt Idstein gestern Abend dafür ausgesprochen, den Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr in der Oberen und Unteren Schlossgasse im Herz der Idsteiner Altstadt an drei Wochenenden stattfinden sollte, nun doch abzusagen.

Seit Wochen hatte die Stadtverwaltung an dem alternativen Konzept gearbeitet. Von dem Veranstaltungsbereich „Unter dem Hexenturm“ versprachen sich die Verantwortlichen und Marktbeschicker einen besonderen Charme. Die zeitliche Streckung auf drei Wochenenden sollte das Marktgeschehen entzerren und zugleich möglichst vielen Idsteinerinnen und Idsteinern den Besuch ermöglichen. Nur in einem kleinen abgetrennten Gastro-Bereich hätten die Besucher Glühwein trinken oder etwas essen dürfen – unter 2G-Regeln. „Das Konzept schien uns vor einigen Wochen maßgeschneidert – auf eine Inzidenzzahl von über 300 passt es aber nicht“, so Bürgermeister Herfurth zur Entscheidung des Magistrats. „Angesichts der täglichen Neuinfektionen und auch zunehmender Impfdurchbrüche können wir nicht so tun, als wäre alles halbwegs normal“, so der Bürgermeister.

Rund 100 Bewerbungen für die jeweils rund 30 Standplätze waren bis zum 8. November bei der Stadt eingegangen – die meisten davon allerdings für das erste geplante Marktwochenende am 2. Advent, also vom 3. bis 5. Dezember. Nur wenige Interessenten fanden sich für den Termin vom 17. bis 20. Dezember, dem 4. Adventswochenende.

Überlegt wurde seitens der Verwaltung auch, nach den neuesten Veränderungen der Coronaschutz-Verordnung wegen der rasant steigenden Infektionszahlen, die drei Weihnachtsmarktwochenenden unter der 3G-Regel durchzuführen. Dann hätte jedoch ein Sicherheitsdienst die Kontrollen am Eingang übernehmen  müssen. Die Kontrollen auf dem Marktgelände wegen der einzuhaltenden Abstände und der Maskenpflicht in Gedrängesituationen hätten durch das städtische Ordnungsamt erfolgen müssen. „Mit dem aktuell verfügbaren Personal wäre dies kaum abzudecken“, berichtet der Bürgermeister. Die Veranstaltung alternativ komplett unter 2G-Regeln durchzuführen, sei nach den derzeitigen Verordnungen nicht zulässig.

Bürgermeister Herfurth verweist auch auf die Empfehlung des Robert-Koch-Institutes: „Das RKI rät dazu, größere Veranstaltung abzusagen und Kontakte zu vermeiden.“ Auch in Idstein seien täglich zahlreiche Neuinfektionen zu verzeichnen, so der Bürgermeister. „Ich verstehe, dass viele Idsteinerinnen und Idsteiner angesichts dieser Entscheidung enttäuscht sein werden.“ Dennoch bittet er um Verständnis und weiterhin um Solidarität – auch für ältere und andere vulnerable Personen: „Wir Idsteiner waren während der ganzen Pandemie vorsichtig und haben auch deshalb bisher nur wenige Todesfälle zu verzeichnen. Wir sollten von unserer vorsichtigen Grundhaltung auch in dieser Vorweihnachtszeit nicht abweichen. Jeden, der bisher nicht geimpft ist, kann ich nur bitten, dies zu tun, damit sich die Situation endlich wieder für alle zum Besseren wendet.“ Und wie wohl alle anderen Idsteinerinnen und Idsteiner hofft Christian Herfurth einmal mehr auf das nächste Jahr.