Stolpersteine
Stolpersteine

In der Hochschulstadt Idstein erinnern Stolpersteine und eine Stolperschwelle an die Opfer des Nationalsozialismus. Die erste Stolpersteinverlegung in Idstein wurde 2014 von Schülerinnen und Schülern initiiert und gestaltet.
Seit 1992 arbeitet der Künstler Gunter Demnig an dem Gedenkprojekt, das an die Einzelschicksale der in der NS-Zeit Verfolgten gedenkt. Auf einem 10 mal 10 Zentimeter großen Stein werden in eine Messingplatte die Lebensdaten und stichwortartig das Schicksal der Verfolgten eingeschlagen, der Stein anschließend im öffentlichen Raum vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort verlegt. Inzwischen liegen mehr als 120.000 Steine auf Bürgersteigen und Straßen in Deutschland sowie im benachbarten Ausland.
Derzeit erinnern vor sieben Häusern in Idstein-Kern solche Steine an 27 jüdische Menschen mit unterschiedlichsten Schicksalen: Einige wurden ermordet, einige nahmen sich das Leben, wieder anderen gelang die Flucht. Die Recherchen für die Verlegungen fanden jeweils in einer Kooperation des Stadtarchivs mit verschiedenen Schulen statt: der IGS Wallrabenstein, der Pestalozzischule und der Limesschule. Dreimal wurde von Schülerinnen und Schülern eine begleitende Ausstellung zusammengestellt, eine Broschüre zu den Schicksalen der Idsteiner Familie Kahn und Grünebaum ist im Rahmen der ersten Verlegung erschienen.
Bisher wurden folgende Steine verlegt:
2014 | Rodergasse 6 | Julius, Erna und Bertel-Lore Kahn |
| Borngasse 18 | Herta, Hedwig und Julius Grünebaum sowie Eugenie Goldschmidt |
2019 | Schlossgasse 6 | Jonas Blum |
| Wiesbadener Straße 22 (Fußweg Veitenmühlweg)
| David, Bertha und Ruth Löwenstein
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2023 | Löhergasse (vor Stadtbücherei) | Hermann, Selma und llse Löwenstein |
| Weiherwiese 27 | Felix, Selma, Margot, Selma und Rudolf Lahnstein sowie Eduard Herz |
2025 | Lautzstraße 3 | Josef, Grete, Senta, Margot, Gerda, Myrtil und Joel Hes |
2024 wurde außerdem eine Stolperschwelle für die Opfer des Kalmenhofes im Zufahrtsbereich der Einrichtung im Veitenmühlweg eingelassen. Im Gegensatz zu den Stolpersteinen, die Einzelschicksale von Opfern an ihrem letzten freiwillig gewählten Wohnort sichtbar macht, wird mit der Stolperschwelle am Tatort der Verbrechen vieler Opfer zugleich gedacht, die aufgrund ihrer Vielzahl nicht namentlich aufgeführt werden können. Wie bei den Stolpersteinverlegungen wurden auch hier Schülerinnen und Schüler in die Vorbereitungen einbezogen. Sie haben sich mit einzelnen Opferbiographien auseinandergesetzt und die Verlegung der Stolperschwelle mitgestaltet.

