Pressemitteilung
Kleider für das Hessentagpaar
Bereits bei der Eröffnung des Weinfestes auf dem König-Adolf-Platz hatten Idsteinerinnen und Idsteiner die Möglichkeit, einen ersten Eindruck vom Hessentagpaar 2027 zu gewinnen. Jetzt standen Anna-Lena und Thiemo Hagen erneut im Mittelpunkt des Interesses. Bei einer Pressekonferenz im Idsteiner Rathaus präsentierten sich die beiden erstmals so, wie sie künftig als Hessentagpaar bei vielen öffentlichen Auftritten zu sehen sein werden: Ganz im Stil der Renaissance zeigt sich Anna-Lena im langen Seidenkleid mit leichten Puffärmeln, Thiemo in knielangen Hosen mit Weste und langem Gehrock, alles farblich abgestimmt in einem warmen Bronze-Ton, sowie in Beige-, Gold- und Brauntönen. Bordüren und Knöpfe geben den Gewändern eine edle Erscheinung.
Während die meisten Hessentagpaare in einer regional-typischen Tracht ihre Stadt repräsentieren, wurde schon 2002 das Idsteiner Hessentagpaar in Ermangelung einer eben solchen typischen Idsteiner Tracht im Stil der Renaissance eingekleidet. Damals ließ die Stadt Idstein eigens ein kleines Gutachten zu dieser Frage erstellen. „Und das, was 2002 Gültigkeit hatte, trifft ja bis heute zu“, so Bürgermeister Christian Herfurth, der gemeinsam mit Christian Vogt von der Hessischen Staatskanzlei das Hessentagpaar herzlich begrüßte und den anwesenden Pressevertretern vorstellte.
Die Renaissance gilt als eine Blütezeit Idsteins. Nach der ottonischen Teilung, aus der Idstein als nassauische Residenz hervorging und mit der anschließenden Verleihung der Stadtrechte begann der kontinuierliche Aufstieg der jungen Stadt. Ausdruck dieses Aufstiegs war dann unter anderem der Schlossbau ab 1614. Einen Blick auf die Idsteiner Mode der im wahrsten Sinne „gut betuchten“ Idsteiner im 17. Jahrhundert ermöglichte das „Florilegium“, das Blumenbuch, das im Auftrag des Idsteiner Graf Johannes den Idsteiner Schlossgarten dokumentierte, aber eben an der ein oder anderen Stelle auch die Kleidung der damaligen Zeit zeigte. Auf dieser Basis wurden 2002 die Kostüme angefertigt, damals in dunkelgrünem und rotem Samt. „Diesmal wollten wir uns etwas leichter aufstellen, die Kleidung 2002 war warm und schwer, eine große Herausforderung für das damalige Hessentagpaar“, berichtete die Hessentagbeauftragte Sabine Fritz. Diesmal fiel die Wahl für das Damenkleid auf ein Mischgewebe mit hohem Seidenanteil. Auch für die Herrenbekleidung wurden leichtere Stoffe gewählt.
In Maßarbeit wurden die beiden Gewänder von Sayed Mostafa Alawi genäht. Er betreibt seit vielen Jahren in Wörsdorf eine Änderungsschneiderei und in Niedernhausen ein Atelier für Maßanzüge. Als einziger von drei angefragten Schneidereien war er bereit, die beiden Gewänder in den wenigen Wochen bis zum ersten Auftritt des Paares beim Festzug in Fulda fertigzustellen. Ein Einsatz, der manche Nachtschicht erforderte, wie er jetzt im Rathaus erzählte, denn sein eigentliches Ladengeschäft ging ja weiter. Sichtlich stolz freute er sich gemeinsam mit Anna-Lena und Thiemo Hagen über das gelungene Ergebnis.
Noch etwas ungewohnt ist das lange Kleid für Anna-Lena Hagen. Mehrere Stofflagen geben dem Rock Stand. Dennoch fühle sie sich in dem Kleid ausgesprochen wohl. Ein positiver Nebeneffekt: „Man muss sich mit dieser Korsage einfach aufrecht halten, hinlümmeln geht nicht.“ Thiemo Hagen findet die lange Jacke ausgesprochen kleidsam, auch wenn er noch ein wenig mit den Accessoires kämpft – denn seine knielange Hose zeigt Bein – das wie in historischer Zeit in lange Strümpfe gehüllt ist. Das junge Paar trägt die außergewöhnlichen Kleidungsstücke mit viel Charme, noch mehr Humor und ist optimistisch, dass sie sich in die neuen Gewänder schnell einleben werden – ebenso wie in ihre Rolle als Hessentagpaar.

