Traktor auf einem Feld im Frühling

Bodenschutz

Bodenschutz

Der Boden ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage für Natur und Gesellschaft, deren Entwicklung und nachhaltige Nutzbarkeit. 

Neben Wasser und Luft ist auch der Schutz des Bodens als weiteres Objekt des Umweltschutzes rechtlich festgelegt worden. Bei allen Einwirkungen auf den Boden ist der Vorsorge-Grundsatz des sparsamen und schonenden Umganges mit Grund und Boden zu beachten, um die natürlichen Bodenfunktionen in ausreichendem Maß zu erhalten. Schädliche Bodenveränderungen oder Altlasten sind zu sanieren. So kann gleichzeitig die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten für kommende Generationen bewahrt werden.

Das Bodenschutzkonzept schafft grundlegende Voraussetzungen für die langfristige Etablierung von kommunalem Bodenschutz und stärkt die Entwicklung als zukunftsorientierte Stadt.

Idstein ist eine der ersten Kommunen in Hessen, die künftig bei wichtigen Entscheidungen zur Nutzung von Flächen auf ein Bodenschutzkonzept zurückgreifen kann. Das vom Land Hessen mit 75.000 Euro geförderte Konzept wird von einer breiten politischen Mehrheit getragen. Das zeigte der einstimmige Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Die beteiligte Landwirtschaft hatte bereits im Vorfeld dem Konzept zugestimmt, und zugleich nochmals auf die wichtige Funktion von Ackerböden hingewiesen.

  • Warum müssen Böden geschützt werden

    • Böden sind vielfältig!
    • Böden sind nicht erneuerbar!
    • Böden erfüllen eine Vielzahl wichtiger Funktionen im Naturhaushalt!
    • Böden sind Standort für Siedlungen und für die Nahrungsmittelproduktion!

    Dadurch bedeutet Bodenschutz auch Schutz der Bodenfunktionen.

  • Was sind Bodenfunktionen?

    Böden und deren Eigenschaften können sehr unterschiedlich sein. Deswegen erfüllen Sie verschiedene Funktionen in verschiedenem Maße. Hierzu zählen die folgenden natürlichen Bodenfunktionen:

    • Lebensraum
    • Nahrungsmittelproduktion
    • Bestandteil von Wasser- und Nährstoffkreislauf
    • Filter und Puffer für Stoffe

    Außerdem fungieren Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte und können das Klima maßgeblich beeinflussen (z. B. als Kohlenstoffspeicher oder durch ihre Kühlleistung).

  • Was ist ein Bodenschutzkonzept?

    In einem Bodenschutzkonzept werden die Böden mit ihren Funktionen und Eigenschaften im Stadtgebiet beschrieben und bewertet. Die Kenntnis über die Böden im Stadtgebiet ermöglicht es, diese gezielter zu nutzen und gegebenenfalls zu schützen. 

    Der Schwerpunkt des Konzepts liegt auf umfangreichen kartografischen Analysen, die künftig die Stadtplanungsprozesse unterstützen sollen. Dazu gehören Bewertungskarten zu natürlichen Bodenfunktionen, Klimafunktionen (z. B. Kühlleistung, Versickerungspotenzial) sowie zur gesamtfunktionalen Bedeutung der Böden im Stadtgebiet. Durch Verschneidung von Informationen auf verschiedenen Ebenen ist es möglich, einzelne Bodenfunktionen flächendeckend für das Stadtgebiet Idstein zu ermitteln und sie schließlich zu einer Gesamtbewertung der Böden zusammenzufassen. Entstanden ist so eine strategische Entscheidungsgrundlage, insbesondere auch für den in Arbeit befindlichen neuen Flächennutzungsplan.

    Durch die Nutzung der erstellten Karten können Bodeneigenschaften, Empfindlichkeiten und Potenziale sichtbar gemacht und daraus priorisierte Handlungsbedarfe abgeleitet werden. An dem Leitbild „Die Stadt Idstein setzt sich für einen nachhaltigen Umgang mit dem Schutzgut Boden ein“ sowie konkrete Entwicklungsziele soll sich die zukünftige Planung ausrichten.

    Das Bodenschutzkonzept versteht sich als modernes, digital eingebundenes Arbeitsinstrument, das wissenschaftliche Grundlagen mit praktischen Maßnahmen verbindet. 

    Mit dem Bodenschutzkonzept hat die Stadt Idstein einen Fahrplan für einen schonenden und verantwortungsvollen Umgang mit ihren Böden in der Hand.

  • Bodenbewertungs- und Themenkarten im Idsteiner Bodenschutzkonzept

    Basierend auf den verfügbaren Daten konnten Auswertungen zu Bodeninformationen durchgeführt und die Ergebnisse in Form von Bodenbewertungs- und Themenkarten visualisiert werden. Durch Verschneidung von Informationen auf verschiedenen Ebenen ist es möglich, einzelne Bodenfunktionen flächendeckend für das Stadtgebiet Idstein zu ermitteln und sie schließlich zu einer Gesamtbewertung der Böden zusammenzufassen. Zu den Einzelfunktionen, die in der Gesamtbewertung der Bodenfunktionen münden, zählen:

    • Biotopentwicklungspotenzial
    • Ertragspotenzial
    • Nitratrückhaltevermögen
    • Wasserspeichervermögen


    Gesamtbewertung

    Weitere Bodenfunktionen sowie relevante Bodeninformationen für kommunale Planungsprozesse, die nicht in die Gesamtbewertungskarte mit einfließen, wurden ergänzend als Themenkarten entwickelt, darunter:

    • Archivfunktion
    • Besonders schutzwürdige Böden in der Regionalplanung
    • Potenzielle Flächen für Bodeneintrag/-auftrag  

Die Vielfalt der Böden in Deutschland ist groß. Bereits seit 2005 wird jedes Jahr ein "Boden des Jahres" in den Fokus gestellt.

Die gesellschaftliche Wahrnehmung auf die Ressource Boden lenken will auch die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft. In Kooperation mit dem Bundesverband Boden benennt sie alljährlich eine Bodenart zum „Boden des Jahres“. Am Internationalen Tage des Bodens, am 5. Dezember wurde unter der diesjährigen Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat der sogenannte „Archivboden“ zum Boden des Jahres benannt. Archivböden sind ein Zeugnis der Erd- aber auch der Kulturgeschichte der Menschheit. Sie „archivieren“ natürliche Ereignisse wie beispielsweise Vulkanausbrüche, aber auch die Spuren des Menschen, die dieser im Lauf der Geschichte im Boden hinterlassen hat. Beispiele in unserer Region wären die Grenzbefestigung des obergermanischen Limes oder die Kohlenmeilerböden, wie bei Lenzhahn.

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